Fahranfänger und Oldtimer: Dürfen Führerscheinneulinge Papas ganzen Stolz fahren? 

Ihr Oldtimer ist Ihr ganzer Stolz und auch der Sprössling ist verliebt in das Auto. Solange das Kind noch nicht volljährig ist und selbst keine Fahrerlaubnis besitzt, ist das Problem behoben. Als Beifahrer dürfen auch junge Menschen einsteigen, das Steuer verwehren Sie mit Blick auf die fehlende Fahrerlaubnis. Doch was, wenn Ihr Nachwuchs endlich den Führerschein in der Tasche hat und dann mit sehnsüchtigem Blick ans Steuer des Oldtimers will? Sagen Sie nicht einfach „ja“, denn es gibt einige Dinge zu beachten. 

Versicherungstarife für Oldtimer setzen eine Altersgrenze voraus 

Sie leben in der beschaulichen Schweiz, haben Ihren geliebten Oldtimer in der Garage stehen und jetzt darf auch Ihr Nachwuchs nach erfolgreich absolvierter Fahrschule Basel auf der Straße unsicher machen. Dürfen Sie wirklich das Steuer weitergeben oder gibt es gesetzliche Einschränkungen? 

Wenn Sie eine andere Person ans Steuer lassen möchten, muss diese in der Versicherung eingetragen sein. Bei Oldtimern nutzen Sie einen Spezialtarif, um den Wagen rundum zu schützen und diese sehen eine Eintragung oft erst ab 23 oder gar 25 Jahren vor. Soll eine jüngere Person den Wagen fahren dürfen, erhöht sich die Prämie und eine vorherige Meldung bei der Versicherung ist Pflicht. 

Oldtimer für Fahranfänger nicht die beste Wahl 

Jährlich sind mehr Oldtimer auf den Straßen unterwegs, was auch bei jungen Menschen die Lust aufs Fahren weckt. Abseits der finanziellen und versicherungstechnischen Aspekte sollten Sie sich fragen, ob ein Oldtimer technisch gesehen das richtige Einstiegsauto ist. Moderne Fahrzeuge verzeihen durch ABS, Servolenkung und ESP viele Fehler, die bei einem Klassiker fatale Folgen hätten. 

Ein Oldtimer verlangt oft nach einer kräftigen Hand am Steuer und einem sensiblen Fuß auf dem Bremspedal. Zudem fehlt der gewohnte Komfort moderner Sicherheitssysteme wie Airbags vollkommen.

Das Fahren eines Oldtimers erfordert Aufmerksamkeit für die Mechanik und ein Verständnis für die Technik, das Neulinge erst entwickeln müssen. Ein falscher Schaltvorgang oder das Überdrehen des Motors können bei einem historischen Aggregat sofort zu kapitalen Schäden führen. Es ist daher ratsam, den Nachwuchs erst auf einem modernen Wagen Fahrpraxis sammeln zu lassen, bevor die erste gemeinsame Ausfahrt im Klassiker stattfindet.

Wenn Sie den Nachwuchs tatsächlich ans Steuer Ihres Klassikers lassen, ist eine gründliche Einweisung die beste Versicherung gegen technische Defekte und Missverständnisse.

Es gilt: 

  • Sicherheit zuerst: Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anlegen und das Warndreieck in ausreichendem Abstand aufstellen.
  • Ruhe bewahren bei Motorstopp: Rollt der Wagen aus, versuchen Sie, ihn sicher am rechten Rand oder in einer Parkbucht zum Stehen zu bringen.
  • Temperatur-Alarm: Wenn die Nadel im roten Bereich steht, sofort rechts ranfahren, den Motor abstellen und die Motorhaube vorsichtig öffnen (Vorsicht vor heißem Dampf!).
  • Flüssigkeits-Check: Kontrollieren Sie unter dem Auto, ob Öl oder Kühlwasser ausläuft.
  • Sicherungen prüfen: Ein plötzlicher Elektrikausfall liegt oft an einer alten Sicherung – ein Blick in den Sicherungskasten lohnt sich immer.
  • Versicherungskarte griffbereit: Legen Sie die Nummer Ihres Oldtimer-Schutzbriefs oder Pannendienstes zur Liste, damit im Ernstfall sofort Hilfe gerufen werden kann.
  • Keine Experimente: Erklären Sie dem Nachwuchs, dass bei unklaren Geräuschen oder Gerüchen (Benzin/Schmoriges) die Fahrt sofort beendet werden muss.

Lassen Sie nach Nachwuchs nur mit Vollkasko ans Steuer

Selbst wenn die Versicherung das Alter des Nachwuchses akzeptiert, sollten Sie bei der Deckungssumme keine Kompromisse eingehen. Ein Oldtimer ist kein gewöhnlicher Gebrauchtwagen, sondern ein Sachwert, dessen Wiederbeschaffung oder Reparatur enorme Summen verschlingen kann. Fahranfänger verfügen naturgemäß über weniger Erfahrung im Einschätzen von Bremswegen oder dem Verhalten des Fahrzeugs in Kurven. Eine Vollkaskoversicherung ist hier das absolute Minimum, um den Familienfrieden zu bewahren, falls es doch zu einem Blechschaden kommt. Ohne diesen umfassenden Schutz bleiben Sie bei einem selbstverschuldeten Unfall des Nachwuchses auf den Kosten sitzen, was bei seltenen Ersatzteilen schnell den finanziellen Rahmen sprengt. [Werbung ]

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